Carsten Klude: „Anleger sollten sich vor kurzfristigen Schlüssen hüten"

28. November 2019

M.M.Warburg & CO

Die jüngsten Konjunkturdaten in Deutschland sehen etwas besser aus. Ist nun das Tal bereits durchschritten und geht es nachhaltig bergauf? „Die Börse versucht viel in mögliche Wendepunkte hineinzuinterpretieren. Aber für eine echte Trendwende ist es sicherlich derzeit noch zu früh", sagt Carsten Klude, Chefvolkswirt der Warburg Bank, im Interview mit der Börse Stuttgart. In der Eurozone sehe es vergleichbar aus.   

Deutschland gehört zu den Hauptleidtragenden des Handelsstreits zwischen den Großmächten USA und China, betont Klude. In den USA und China sei das etwas anders. Die Wachstumseinbußen sind insbesondere in den USA aufgrund der wirtschaftlichen Struktur bislang eher gering. Dennoch wolle Donald Trump natürlich im kommenden Jahr erneut zum Präsidenten gewählt werden. Daher ist er auf eine starke US-Wirtschaft angewiesen. Klude folgert: „Die unmittelbaren negativen Folgen des Handelsstreits könnten 2020 so nach und nach zurückgehen." 

Bei der Betrachtung der vergangenen zwei Jahre lassen sich Übertreibungen an den Märkten feststellen – in negativer Hinsicht 2018 und in positiver 2019. „Als Anleger sollte man die Lehre daraus ziehen, sich vor kurzfristigen Rückschlüssen zu hüten", rät der Börsenexperte. „Häufig agieren Investoren sehr prozyklisch. Das ist aber für einen langfristigen Vermögensaufbau nicht gut."   

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