19. März 2026

Private-Credit-Fonds unter Druck: Parallelen zur Finanzkrise von 2008?

Nachdem Private-Credit-Fonds unter Druck geraten sind und zahlreiche Anlegende gleichzeitig aus dem Private-Credit-Geschäft aussteigen wollten, hat Blackrock die Auszahlungen von Rücknahmeanträgen eingeschränkt. Wie steht es um die Stabilität von modernen Kreditmärkten?

Jan Mooren vom Private Asset Management bei M.M.Warburg & CO erklärt, wie es zur aktuellen Situation kam: "Nach der Finanzkrise 2008 zogen sich Banken unter dem Druck neuer Eigenkapitalregeln massiv aus genau diesem Geschäft zurück. Die Lücke füllten Private-Credit-Fonds. Sie verleihen Geld direkt an Unternehmen, ohne den regulierten Kapitalmarkt."

Mit der Übernahme von Versicherungsgesellschaften durch große Private Equity Häuser kam immer mehr Kapital aus Versicherungen: Statt in Staatsanleihen investierten sie nun in die Private-Credit-Produkte der Muttergesellschaften. "An jeder Stufe der Kette verdient die gleiche Gruppe. Ein sich selbst verstärkender Kreislauf", folgert Mooren.

Als 2025 und Anfang 2026 einige Unternehmen, die durch Private Credit finanziert wurden, Insolvenz anmelden mussten, kamen Fragen zu den Kreditvergabe-Standards auf. Eine Welle aus Rücknahmeanträgen von Seiten der Anlegenden begann sich aufzubäumen.

Für Mooren ist das "ein Stresstest für ein Segment, das schnell gewachsen ist und dabei ein paar strukturelle Fragen offen gelassen hat.“ Im Video erläutert er, wo die Unterschiede zur Finanzkrise von 2008 sind und inwieweit die aktuellen Turbulenzen im US-System auch für Anlegende im Euroraum zu ernsthaften Übertragungseffekten führen könnten.