Konjunktur & Strategie
1. Oktober 2026

Infrastruktur-Aktien dürfen langweilig sein

Artikel von Dr. Rebekka Haller

Strom, Rechenzentren, Sondervermögen: Infrastruktur steht derzeit im Zentrum der Anlagediskussion. Doch wie viel Substanz steckt hinter der großen Aufmerksamkeit?

Der Investitionsbedarf ist groß: Allein das deutsche Stromnetz braucht in den kommenden Jahrzehnten Hunderte Milliarden Euro, und auch europaweit sind die Summen beträchtlich. Gleichzeitig vergeht zwischen politischem Beschluss und Umsetzung oft viel Zeit, nicht zuletzt wegen langer Genehmigungsverfahren. An den Börsen zeigte sich das bereits: Auf anfängliche Euphorie nach Ankündigung des Sondervermögens folgte inzwischen teilweise Ernüchterung. Wir ordnen ein, was strukturell trägt, wo der Zeitgeist mitspielt und warum kurzfristige Erwartungen realistisch bleiben sollten. Im Blick haben wir börsennotierte Infrastruktur, also Aktien von Unternehmen, die zum Beispiel Strom- und Wassernetze, Mautstraßen oder Flughäfen betreiben und daraus meist planbare Einnahmen erzielen.

Welche Rolle kann Infrastruktur im Portfolio spielen, wenn der Bedarf real ist, die Umsetzung aber Zeit braucht?