Beitrag von Carsten Klude
Die Berichtssaison für das vierte Quartal des Jahres 2025 hinterlässt ein merkwürdiges Bild: Während die meisten US-Technologieunternehmen Rekordumsätze und Gewinne vermeldeten, reagierte die Börse mit einer tiefen Skepsis, die sich in zum Teil massiven Kursverlusten äußerte. Oft wird kolportiert, die KI-Ausgaben würden die Kosten der Mondlandung in den Schatten stellen. Ein Blick in die Geschichtsbücher bestätigt dies – und relativiert es zugleich. Das zentrale Argument der Skeptiker, die Investitonsausgaben seien nicht nachhaltig, prallt an der harten Realität der Bilanzen sowie der Gewinn- und Verlustrechnungen ab. Big Tech ist nicht nur der größte Investor, sondern auch der profitabelste Sektor der US-Wirtschaft.
Die aktuelle Marktkorrektur bei Technologieaktien sollte aber nicht als Ende des Booms, sondern als notwendige Reifeprüfung verstanden werden. Wir befinden uns in einer sehr kapitalintensiven Phase der Infrastrukturerstellung. Die Kosten sind unmittelbar sichtbar, während die Produktivitätsgewinne oft erst später in der Statistik auftauchen. Drei Faktoren sprechen für eine Fortsetzung der Dominanz von Big Tech. Für Anlegende bietet die aktuelle Phase der Unsicherheit eine gute Einstiegsgelegenheit in jene Unternehmen, die das Fundament der digitalen Wirtschaft des nächsten Jahrzehnts bauen.