Konjunktur & Strategie
6. August 2026

KI, ein Hedgefonds und das fehlende Gespür für den Wandel

Beitrag von Jannick Kroschel und Jan Mooren

Im Juni 2024 veröffentlichte ein damals 22-jähriger Deutscher einen Aufsatz, der im Silicon Valley einschlug wie kaum eine Publikation zuvor. Leopold Aschenbrenner, in Berlin aufgewachsen, mit 15 Jahren Abitur, mit 19 Jahren Jahrgangsbester an der Columbia University und anschließend Forscher beim ChatGPT-Entwickler OpenAI, prognostizierte in seinem 165 Seiten langen Essay „Situational Awareness" nichts Geringeres als die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz auf menschlichem Niveau noch in diesem Jahrzehnt, verbunden mit einem Investitionsboom in Rechenzentren, Chips und Stromnetze von historischem Ausmaß.

Aschenbrenner beließ es nicht beim Schreiben. Noch im selben Jahr gründete er einen Hedgefonds, der den Namen seines Essays trug und konsequent auf die Profiteure des KI-Booms setzte. Der Erfolg schien ihm recht zu geben, zunächst auch die Performance. Das Fondsvermögen verfünffachte sich im ersten Halbjahr 2026 auf mehr als 20 Milliarden US-Dollar, die Wall Street taufte den jungen Mann den „KI-Nostradamus". Dass eine solche Heldenerzählung auf der Performance weniger Monate beruhte, ging im Applaus unter.

Im weiteren Beitrag erfahren Sie, warum der KI Boom trotz zwischenzeitlicher Rückschläge nicht zwangsläufig vor dem Platzen steht und weshalb ein robustes Portfolio wichtiger ist als die vermeintlich perfekte Marktprognose.