Carsten Klude
Der jüngste Renditeanstieg ist auf eine beispiellose Gemengelage aus Geopolitik, Fiskalpolitik und starken Wirtschaftsdaten zurückzuführen. Der Hauptgrund für die steigenden Anleiherenditen ist aus unserer Sicht das überraschend kräftige Wirtschaftswachstum. Ihm können offenbar weder die hohen Energiepreise noch die höheren Zinsen bislang etwas anhaben.
Europäische und US-Staatsanleihen weisen in diesem Jahr eine negative Wertentwicklung von gut zwei Prozent auf; das bedeutet, dass die Kursverluste die Kupons mehr als aufgezehrt haben. Wer befürchtet, dass Unternehmensanleihen in diesem Umfeld zwangsläufig in die Knie gehen, irrt jedoch. Die Credit Spreads, also die Risikoaufschläge gegenüber Staatsanleihen, sind niedrig geblieben. Daher weisen Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen in diesem Jahr ein um rund einen Prozentpunkt geringeres Minus auf. Interessant dabei ist, dass High-Yield-Anleihen, deren Rating unterhalb des Investment-Grade-Bereichs liegt, seit Jahresbeginn sogar im Plus liegen. Dies hängt allerdings auch mit der vergleichsweise kürzeren Restlaufzeit zusammen.
Die Rückkehr der Rendite bedeutet, dass Anleihen kein zu vernachlässigendes Beiwerk mehr im Portfolio sind, sondern für Anleger, die aufgrund ihrer eingeschränkten Risikotragfähigkeit nicht nur in Aktien investieren wollen, wieder interessant werden. Erfahren Sie mehr in der aktuellen Ausgabe von Konjunktur und Strategie.