Konjunktur & Strategie
13. August 2026

Yen-Rettung: Währungsintervention auf Kosten des Euro

Beitrag von Jannik Kroschel und Jan Mooren

Ende Juli griffen Japan und die USA gemeinsam am Devisenmarkt ein, um den historisch schwachen Yen zu stützen – zum ersten Mal seit fast 30 Jahren zog Washington dabei mit. Diese ungewöhnliche Kooperation wirft die Frage auf, warum sich die USA für die Währung eines anderen Landes engagieren. Unsere Analyse ordnet ein, welche Rolle das große Zinsgefälle zwischen den USA und Japan spielt, warum die japanische Regierung gleichzeitig einen ausgesprochen expansiven Haushaltskurs verfolgt, und wie beides zusammen die Renditen japanischer Staatsanleihen unter Druck setzt. Wir zeigen zudem, welche eigenen Interessen Washington mit der Intervention verfolgt und wie sich diese Aktion in ein größeres wirtschaftspolitisches Vorhaben der US-Regierung einfügt. Klar wird: Wechselkurse rücken wieder stärker in den Fokus staatlicher Politik. Bedeutet das den Beginn einer Phase, in der Regierungen Währungen aktiver steuern und was folgt daraus für die Geldpolitik in Japan und den USA?