Bleiben die Notenbanken unabhängig?

17. September 2020

M.M.Warburg & CO Gruppe

Die EU-Staaten sollen ihre Staatsausgaben erhöhen und dabei im Zweifel bei ihrer Verschuldung nicht so genau hinschauen. Dazu ruft Christine Lagarde, Präsidentin der EZB, auf. Eine sehr untypische Forderung einer eigentlich unabhängig agierenden Notenbank.

Laut Dr. Christian Jasperneite, Chief Investment Officer bei M.M.Warburg & CO, könnte das negative Folgen nach sich ziehen. "Wenn Saaten sich stark verschulden, kann es sein, dass am Ende keiner mehr ihre Anleihen kaufen möchte. Dann muss die Notenbank als letzte Instanz einspringen und für die Refinanzierung sorgen. So wäre man nicht mehr unabhängig, sondern Teil des Systems", kritisiert er. "Es ist ordnungspolitisch fast verrückt, aber das ist momentan die Welt, in der wir leben."

Zumindest kurz- und mittelfristig sieht der Volkswirt allerdings auch positive Effekte: "Die daraus resultierenden tiefen Zinsen sind gut für die Aktienmärkte. Risiken werden minimiert, weil es eine Eurokrise wie etwa 2011 so schnell nicht mehr geben wird. Damals musste man sich Sorgen um die Refinanzierungsfähigkeit von Staaten machen. Nun kauft die Notenbank alles auf."

Weitere Details sowie einen Blick auf die US-amerikanische Zentralbank FED bekommen sie im Video.

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