Carsten Klude im Interview: „Urteil zum Anleihekaufprogramm treibt einen Keil zwischen europäische Länder"

7. Mai 2020

M.M.Warburg & CO

Paukenschlag in Karlsruhe: Das Bundesverfassungsgericht macht dem bisherigen Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Aufkauf von Anleihen einen Strich durch die Rechnung. Welche Bedeutung hat das Urteil für die weitere Entwicklung? „Eine Konsequenz des Urteils ist, dass man sich auf Länderebene über Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs hinwegsetzen kann", erläutert Carsten Klude, Chefvolkswirt von M.M.Warburg & CO, im Interview mit dem Börsen-Radio. Das Urteil gelte gleichwohl nur für die Bundesbank, die sich dann nicht mehr am Aufkaufprogramm beteiligen dürfe, sofern keine adäquate Begründung des Programm geliefert werde. „Es ist von daher schon problematisch, weil das Urteil einen Keil zwischen die europäischen Länder treibt", sagt Klude.

Dennoch werde die EZB weiterhin Anleihen kaufen, so der Experte. Dies antizipiere auch der Markt. „Damit ist weiterhin ein Käufer mit tiefen Taschen da, der sich weniger die fundamentalen Daten anschaut." Die EZB sei damit der entscheidende Stabilisator des Kapitalmarkts.

Weitere Informationen

Makro-Research

Warburg Research

Nach oben

OK