Deutschland in Abstiegsgefahr

19. November 2021

In der Eurozone gibt Deutschland bezogen auf die wirtschaftliche Dominanz klar den Ton an: Am realen Bruttoinlandsprodukt der 19 Euro-Länder haben wir einen Anteil von fast 30 Prozent. Wirtschaftlich und politisch geht somit kein Weg an uns vorbei. Oder? Bei genauem Hinschauen erkennt man allerdings einige Kratzer am schönen Lack. Während die deutsche Wirtschaft im Pandemie-Jahr 2020 besser als viele andere durch die wirtschaftliche Krise gekommen ist, hat sich 2021 Ernüchterung eingestellt. Statt Wachstumsmotor ist Deutschland Wachstumshemmschuh der Eurozone. 

Warum tut sich die deutsche Wirtschaft schwerer als andere damit, sich von der Wirtschaftskrise des letzten Jahres zu erholen? Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen: Lieferkettenprobleme und fehlende Vorleistungsgüter machen Deutschland mit seiner starken industriellen Basis überdurchschnittlich stark zu schaffen. Sobald diese Probleme in den Hintergrund treten, so die gängige Erwartung, wird die deutsche Wirtschaft an ihre alten Tugenden und Stärken anknüpfen. Also Ende gut, alles gut? Leider nein. Denn wenn man sich die Entwicklung der wichtigsten makroökonomischen Indikatoren über einen längeren Zeitraum anschaut, kommt man zu dem Ergebnis, dass sich die deutsche Wirtschaft schon seit einiger Zeit auf einem eher absteigenden Ast befindet. Aber woher rührt diese Schwäche? Nach unserer Analyse hat dies viel mit zwei eigentlichen Paradedisziplinen der deutschen Wirtschaft zu tun: der Industrieproduktion und den Exporten. 

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