Höhere Inflation und steigende Zinsen: Ein Giftcocktail für Zinsanleger

4. Juni 2021

Während die Aktienmärkte rund um den Globus von Rekord zu Rekord eilen, gucken die meisten Zinsanleger in diesem Jahr in die Röhre. Vor allem diejenigen, die nur wenig Risiken eingehen können oder wollen müssen feststellen, dass sie in den ersten fünf Monaten des Jahres bei der Wertentwicklung ein ordentliches Minus eingefahren haben. Dies gilt vor allem für Staatsanleihen, aber auch für viele Unternehmensanleihen mit einem Investmentgrade-Rating. Der Grund für diese Entwicklung: Die sich abzeichnende Erholung der Weltwirtschaft, gepaart mit einem kräftigen Anstieg der Inflationsraten und der Inflationserwartungen. Diese Kombination sorgt dafür, dass sich die in den vergangenen Jahren erfolgsverwöhnten Zinsanleger die Frage stellen müssen, ob und wann die Geldpolitik der Notenbanken wieder restriktiver wird. 

Drei sich zum Teil vermischende Effekte sind Ursache dafür, dass die Preise derzeit so stark steigen wie seit vielen Jahren nicht mehr. Bedeutet dies nun, dass die Inflation außer Kontrolle geraten könnte? Wir halten dies für sehr unwahrscheinlich. In den USA wird der Inflationshöhepunkt im Sommer mit einer Preissteigerungsrate von etwa 4,5 Prozent erreicht werden. In Deutschland und in der Eurozone sorgt ein weiterer Basiseffekt dafür, dass die Preise noch bis in den Spätherbst hinein ansteigen. Im November sollte dann aber das Maximum mit knapp vier Prozent in Deutschland und knapp drei Prozent in der Eurozone erreicht sein. Zu Beginn des Jahres 2022 dürfte sich die Inflationsrate dann ungefähr halbieren.

Für Anleihen bleiben die Perspektiven somit zunächst unerfreulich. Anleger müssen sich vor allem bei Staatsanleihen auf weitere Kursverluste einstellen, Unternehmensanleihen dürften sich dagegen besser schlagen. Solange die Inflation und insbesondere die Inflationserwartungen ansteigen, können Anleger auch mit inflationsindexierten Anleihen Geld verdienen. 

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